TAKT-Projekte 2026

Vielen Dank für die vielen eingereichten Anträge, Ideen und Projektvorschläge! Auch wenn leider nicht alle Vorhaben gefördert werden können, zeigen die Einreichungen eindrucksvoll, wie engagiert, kreativ und lebendig die Stadt Tübingen ist.

Wir freuen uns über die große Vielfalt der Projekte, die im Jahr 2026 durch TAKT gefördert werden. Sie setzen wichtige Impulse für Empowerment, den Abbau von Diskriminierung und die Stärkung einer lebendigen demokratischen Kultur in Tübingen.

Der TAKT-Rat hat für 2026 folgende Projekte zur Förderung empfohlen:

AKTIONSFOND

Gemeinsam schmeckt´s besser!

Das Projekt richtet einen offenen Mittagstisch im Quartier ein. Dort kommen Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Lebenssituationen – mit und ohne Migrations- oder Inklusionserfahrung – zusammen, essen gemeinsam und kommen ins Gespräch.

So entsteht ein niederschwelliger Ort der Begegnung, der Einsamkeit reduziert, soziale Teilhabe ermöglicht und langfristige Nachbarschaftsbeziehungen stärkt. Weniger Einsamkeit stärkt auch das Vertrauen in demokratische Strukturen. Das Projekt leistet damit nicht nur einen sozialen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Demokratieförderung.

Stadtteiltreff West – Blaues Haus e.V.,

Projekttag gegen Gewalt an FLINTA*

Der Projekttag verbindet Information, Austausch und Empowerment: Ein Vortrag von Jennifer Grafe zu Gewalt gegen FLINTA*-Personen und Schutzmöglichkeiten nach dem Gewaltschutzgesetz legt die gemeinsame Wissensbasis. Darauf aufbauend eröffnet ein Austauschraum für Tübinger Organisationen Dialog, gegenseitige Anerkennung und Förderung demokratischer Kompetenzen wie Meinungsvielfalt und Zusammenarbeit.

Abgeschlossen wird der Tag mit einem Selbstverteidigungskurs von Tonia Krupinski, der Selbstwirksamkeit und das Bewusstsein für körperliche Unversehrtheit stärkt. Insgesamt fördert der Projekttag Vernetzung, Solidarität und demokratische Werte in der Tübinger Gemeinschaft.

Feminist Law Clinic e.V. |

Frauen*tage – Selbstfürsorge für geflüchtete Frauen*

Frauen* sind während und nach der Flucht besonderer Belastungen ausgesetzt – neben geschlechtsspezifischer Traumatisierung spielen auch der Druck für die Fürsorge von Familienmitgliedern und Abhängigkeiten von männlichen Personen eine große Rolle. Sie erleben deshalb eine doppelte Belastung: In ihrer Verwundbarkeit als Frau* und als Geflüchtete. Durch die Schaffung eines sicheren Raumes im Rahmen von Selbstfürsorge Angeboten verfolgt dieses Projekt das Ziel, diese vulnerable Gruppe zu empowern, zusammenzubringen und ihre Ressourcen zu aktivieren. Hierbei findet eine Solidarisierung von Menschen in dieser vulnerablen Situation statt, wobei die Teilhabe an der Gesellschaft gefördert wird.

Aidshilfe Tübingen-Reutlingen e.V.

Armut ist kein Makel – Erzählräume gegen Klassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung

Das Projekt schafft geschützte Erzähl- und Dialogräume für Menschen mit Armutserfahrungen und Mehrfachdiskriminierung. In moderierten Erzählcafés werden Klassismus, soziale Ausgrenzung und intersektionale Diskriminierung thematisiert. Ziel ist Empowerment, Vorurteilsabbau und die Stärkung demokratischer Teilhabe in Tübingen.

https://www.pak-culture-society.de/

Befreit leben – “MindSpring und Mehr auf Farsi” im Brückenhaus

2025 fanden im Brückenhaus Mind-Spring-Workshops – einer zertifizierten Methode zur psychosozialen Selbststärkung für geflüchtete Menschen – sowie begleitende Treffen mit Frauen aus Afghanistan und dem Iran statt. Dabei entstand der Wunsch nach stärkerer Vernetzung, gegenseitiger Unterstützung und mehr Austausch.

Das Projekt greift diesen Bedarf auf und schafft einen geschützten Raum für Information, Begegnung und Empowerment. Durch moderierte Gespräche und klare Dialogregeln der Mind-Spring-Methode werden demokratische Werte, respektvoller Austausch und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven gezielt gefördert.

https://www.kit-jugendhilfe.de/

Vielfalt*Identitäten

In drei Workshopabenden reflektieren die Teilnehmenden eigene und fremde Zuschreibungen zu Identitäten und entwickeln gemeinsam Handlungsmöglichkeiten jenseits geschlechtlicher Binarität. Mit künstlerischen und körperbezogenen Methoden werden empowernde Erfahrungen erlebbar gemacht. Ein safer*space wird durch gemeinsame Gruppenregeln geschaffen, wodurch Verantwortung für respektvolles Miteinander bei allen liegt.Das Projekt vermittelt demokratische Kompetenzen: Perspektivenvielfalt wird anerkannt, Dialogfähigkeit gestärkt und Teilnehmende werden in ihrer Selbstbestimmung und im respektvollen Umgang mit anderen bestärkt – insbesondere für marginalisierte Personen. Durch die Auseinandersetzung mit eigenen Normvorstellungen erweitern sie ihr Verständnis für komplexe Identitäten und andere Perspektiven.

https://queereszentrumtuebingen.de/

Sag was! Demokratie im Alltag

Das Projekt will in öffentlich zugänglichen Räumen Menschen über Demokratie, gesellschaftliches Miteinander, ihre Befürchtungen und Wünsche in den Dialog bringen. Das soll hauptsächlich mit Hilfe von Plakatecken in Läden, Cafés etc. und durch eine Auftakt- und eine Abschlussveranstaltung passieren. Gleichzeitig sollen  Kooperationspartner*innen bzw. kooperierenden Orte im Umgang mit demokratiefeindlichen und diskriminierenden Äußerungen gestärkt und den Austausch und die Vernetzung zwischen den Partner*innen initiieren, begleiten und unterstützen werden.

https://adis-ev.de/

SICHER und STARK – Deeskalationstraining für Menschen mit Behinderung

Stärkung durch Deeskalationstraining für Menschen mit Behinderung. Mehr Sicherheit in kritischen Situationen. Das Projekt stärkt demokratische Werte und Kompetenzen, indem es den Teilnehmenden praktische Werkzeuge für einen respektvollen und selbstbestimmten Umgang mit Konflikten und Vielfalt vermittelt. Durch Rollenspiele und Reflexionsübungen lernen sie, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen, Meinungsverschiedenheiten gewaltfrei zu lösen und eigene Grenzen klar zu kommunizieren – ohne Rückzug oder Eskalation. Gleichzeitig fördert das Training Toleranz und Empowerment, indem es Menschen mit Behinderungen darin bestärkt, sich aktiv in gesellschaftliche Prozesse einzubringen und für ihre Rechte einzustehen. So wird Demokratie nicht nur theoretisch vermittelt, sondern im konkreten Miteinander erlebbar gemacht.

https://www.freundeskreismensch.de/

La Escena que Somos – Empwerment- und Inklusions-Theater für spanischsprachige Menschen in Tübingen

Das Projekt ist ein partizipatives Theaterprojekt für spanischsprachige Menschen in Tübingen, das kulturelle Teilhabe, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Sichtbarkeit in einem diskriminierungssensiblen Raum fördert. Die Teilnehmenden entwickeln gemeinsam Inhalte aus ihren Biografien in Theater-, Improvisations- und Schreibworkshops, die auf der Bühne und in audiovisuellen Formaten präsentiert werden.

Das Projekt stärkt demokratische Werte, indem es gleichberechtigte Teilhabe, Vielfalt und respektvollen Dialog in den Mittelpunkt stellt. In kreativen Prozessen treffen die Teilnehmenden gemeinsam Entscheidungen, lernen, unterschiedliche Perspektiven anzuerkennen, Konflikte konstruktiv zu lösen und Empathie zu entwickeln. Öffentliche Präsentationen eröffnen zudem einen Dialog mit der lokalen Gemeinschaft und fördern ein Verständnis für Migrationserfahrungen, Diversität und solidarisches Zusammenleben.

Colectivo Sur e.V., Tübingen

Let´s Dance

Das Projekt schafft in Tübingen einen künstlerischen Raum für tanzbegeisterte Menschen mit Behinderungen, die bislang kaum Möglichkeiten haben, sich in diesem Bereich auszudrücken. In einer intensiven Workshop-Woche entwickeln die Teilnehmenden eigene Choreografien und präsentieren diese am Ende in einer öffentlichen Performance.

Das Projekt stärkt Selbstbestimmung, kulturelle Teilhabe und Empowerment. Menschen mit Behinderungen werden nicht betreut, sondern als Künstler*innen mit individuellen Fähigkeiten sichtbar gemacht. Durch die Aufführung wird auch die Öffentlichkeit eingeladen, neue Perspektiven einzunehmen, stereotype Bilder zu hinterfragen und Diversität als Bereicherung zu erleben – ein aktiver Beitrag zu Inklusion und gelebten demokratischen Werten.

https://www.habila.de/

Everyday Empowerment – Zusammen Teilhabe im Alltag schaffen

Die geplante Eventreihe vermittelt praktische Fähigkeiten wie Haarschneiden, Kleidung umschneidern oder Stimmtraining. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit, Selbstbewusstsein und Alltagserleichterung für Teilnehmende mit begrenzten Mitteln zu stärken. Durch den Austausch unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und die Begegnung mit verschiedenen Berufsvertreter*innen fördert das Projekt Vernetzung, gegenseitiges Verständnis und den Abbau von Vorurteilen. So trägt es zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, Empowerment und demokratischer Kultur bei, indem Teilnehmende ihr Wissen weitergeben und positive Impulse in ihr Umfeld tragen.

Queeres Zentrum Tübingen – Queeres Leben braucht ein Dach über dem Kopf!

„Allein in Gyamaani“: Lesung der Autorin Gloria Boateng

Die geplante Lesung im Stadtmuseum Tübingen stellt die Biografie der Autorin Gloria Boateng vor. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen wichtige gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Diskriminierung und Migration. Gloria Boateng setzt sich als Lehrerin, Autorin und Coach besonders für Bildungsgerechtigkeit ein.

https://adis-ev.de/

Jugendprojekte

Sprache als Werkzeug: Emowerment-Wochenende für armutsbetroffene junge Frauen*

Das Projekt beinhaltet ein Wochenende für armutsbetroffene junge Frauen*, um Austausch, bestärkende Erlebnisse und Methoden zur Stärkung zu ermöglichen. Das Projekt fördert die Teilhabe marginalisierter Perspektiven, stärkt Selbstwirksamkeit und ermutigt die Teilnehmenden, ihre Erfahrungen einzubringen.

https://www.maedchentreff-tuebingen.de/

Gemeinsam sichtbar – Jugendräume gegen Ausgrenzung und Klassismus

Das Projekt schafft einen offenen, diskriminierungssensiblen Raum für Jugendliche und junge Erwachsene (12–27 Jahre), besonders für diejenigen, die von Klassismus, Armut, Rassismus oder Mehrfachdiskriminierung betroffen sind. Zwischen April und November 2026 finden acht offene Jugendtreffen und zwei thematische Workshops statt, die Freizeit, Sport (z. B. Cricket), kreative Methoden und politische Bildung verbinden. Die Teilnehmenden reflektieren Diskriminierungserfahrungen, entwickeln Strategien für Teilhabe und Solidarität und bringen eigene Themen, Perspektiven und Bedürfnisse ein. Durch gemeinsame Entscheidungsfindung über Inhalte und Aktivitäten werden demokratische Mitbestimmung und Beteiligung gezielt gefördert.

https://www.pak-culture-society.de/

Wege aus der sozialen Ungleichheit

Eine Gruppe junger Erwachsener beschäftigt sich mit Lösungen gegen wachsende soziale Ungleichheit. Unter Anleitung einer Sozialpädagogin organisieren sie einen Vortrag mit Fachperson, tauschen ihre Erfahrungen aus und bündeln diese in einer gemeinsamen Veranstaltung. Ergebnisse und Diskussionen werden in einem Podcast dokumentiert, wodurch das Thema in der Tübinger Öffentlichkeit sichtbar wird und demokratische Teilhabe und Austausch gefördert werden.

https://www.kit-jugendhilfe.de/